2013-2017

Please don't get up (2017)

2017

Turning Point (2016)

« Turning Point » sind Fotografien, die mit einer um die eigene Achse drehenden Kamera, die in einer Langzeitaufnahme einen modernen Wohnraum fotografiert. Die Bilder wirken wie ein Wirbel aus Licht und zeigen überraschende Kompositionen einer großen Dynamik.

Canadian Window (2016)

Diese fotografischen Kompositionen wurden nicht mit einer professionellen Kamera realisiert, sondern mit dem Gerät mit dem in diesen Jahren Millionen von Fotos von Amateuren gemacht wurden : einem Mobiltelefon. Die Bilder scheinen abstrakt, aber man meint immerzu Objekte erkennen zu können. Tatsächlich handelt es sich um Fotografien von kleinen Schmutzstücken, Staub, Alu-und Papierfetzen in einer Fensterkonstruktion, welche durch Risse und Ritzen fotografiert werden konnten. Man entdeckt wertlose Objekte, die sich in einem fast unsichtbaren Ort einer sehr eleganten und prestigeträchtigen Pariser Stadtvilla befinden und eine Art Eigenleben zu führen scheinen.

Transparences IV (2014)

„Transparences IV“ stellen das vierte Kapitel der Transparenz-Serie dar. Wiederum wurde durch Gläser und Glasvitrinen historisches Ausstellungsgut fotografiert. Präzise nivellierte Kameropositionen erlaubten komplexe Kompositionen mit einer Betonung der Vertikalen. Weniger komplex als die Serien I und II, aber dichter als die Londoner Gruppe „Transparences III“, entstanden diese Werke im Pariser Louvre in der Abteilung islamischer Kunst.

Les Bandes du Port (Granville, 2014)

„Les Bandes du Port“ sind 2014 in Granville (Normandie) entstanden. Es sind eingefärbte Fotografien von Abfâllen von Schiffen, die im Hafen von Granville herumlagen. Ein aufmerksames Auge macht Kompositionen ausfindig und der Raum zwischen den mehrfach überlagerten synthetischen Bândern schafft ungeahnte Orte der Spannung.

Anaphore (2013)

Die Serie „Anaphora“ entstand im Sommer und Herbst 2013. Die Kamera folgte einem vorbestimmten Weg (travelling) und führte auf bestimmten Teilstrecken Langzeitbelichtungen aus. Der Weg führte um ein Alltagsobjekt. Diese Werkgruppe stellt Fragen in Bezug auf Zeit, Raum, Bewegung und dessen Verarbeitung, die Vielzahl von gleichzeitigen Ansichten.
Eine anaphora in Poesie und Rhetorik ist die Wiederaufnahme oder die Wiederholung eines Wortes oder einer Wortreihe zum Satzanfang.



2007-2012

Around the Corner (2012)

"Around the Corner" entstand 2010-13 und besteht aus einer Reihe von fotografischen Aufnahmen von Filmsequenzen, die nach extremer Komprimierung in die Ecke eines Raumes projiziert wurden. Diese bewegten und ständig wechselnden Bilder enthalten einen Zeitfaktor. Raum und Figuren scheinen unverständlich, Gegenstände fallen auseinander, parasitäre Strukturen dominieren. Es entstanden Kompositionen, die durch die Eigenschaften und Grenzen der digitalen Medien dominiert werden.

A Majority of One (2010)

Die querformatigen fotografischen Werke "A Majority of One" entstanden im Jahre 2010. Es sind Bilder, die aus mehrfachem Abfotografieren von Projektionen von am Bildschirm veränderten Digitalfotografien bestehen. Als Ausgangsmaterial dienten dienten Sequenzen aus einem Amateur-HD-Film von erotischen Strandszenen. Alles löst sich auf, parasitäre Strukturen dominieren und die Eigenschaften des digitalen Mediums finden sich im Zentrum der Bildgestaltung. Es entstanden dichte, gesättigte, fast post-impressionistische Rätselbilder, indenen sich bunte und komplexe Kistenkonstruktionen von Pixelstruktur mit realistischen, "wiedererkennbaren" Objekten - oder Fragmenten davon - verbinden. Es entstanden Kompositionen der bedeutungsreichen Mehrschichtigkeit, Überlagerungen der Signifikationen und der Assoziation.

Trance in Scandinavia (Stockholm, 2009-2010)

Das fotografische Diptychon "Trance in Scandivia" entstand 2010. Es handelt sich um Projektionsaufnahmen auf strukturierten Untergründen. Als Ausgangsmaterial wurden kurze Szenen einer Tänzerin in einem schwedischen Videoclip verwendet. Die Bilder wurden bearbeitet, eingefärbt, extrem aufgeblasen, dann runterkopiert, schliesslich für die Fotokamera projiziert.

Hunt down (2009)

Die fotografischen Werke "Hunt down" entstanden im Jahre 2009. Es sind Bilder, die aus mehrfachem Abfotografieren von Projektionen von am Bildschirm veränderten Digitalfotografien bestehen. Neben den der Digitaltechnik eigenen Strukturen zwischen Bildschirm und Projektion kommt die zusätzliche Fläche des Projizierens auf strukturierte Hintergründe dazu. Als Ausgangsmaterial dienten dienten kurze Sequenzen aus Film-Noir-Hollywoodfilmen der 50er-Jahre. Raum und Figuren scheinen unverständlich und gar gegensätzlich, alles löst sich auf, parasitäre Strukturen dominieren und die Eigenschaften des digitalen Mediums finden sich im Zentrum der Bildgestaltung.

Pirates (2007)

Die Werkgruppe "Piraten" entstand 2007. Es handelt sich um eine Arbeit die aus Überlegungen zu Film und Entwicklung der Filmgeschichte hervorgegangen ist. Es sind fotographische Aufnahmen von Ausschnitten extrem komprimierter und anschliessend projizierter Filmszenen von kommerziellen Piratenfilmen für ein jugendliches Publikum der 80er-Jahre. Es wurden längere Blendenöffnungen gewählt, die ein Übereinanderliegen nachfolgender Filmbilder ermöglicht; den Zeitfaktor einschliesst. Je nach Blick auf diese Bilder, Distanz des Betrachters und Format der Abzüge werden figürliche Fragmente sichtbar, bzw abstrakte Konstellationen lesbar.Fragen zur Ausbeutung, Piraterie kommerzieller Filme, aber auch künstlerische Übernahme von Modellen, Ideen, Werken der Vorgänger durch Künstler werden aufgeworfen.


2006-2007

Purgatoire / Crime Scene (2007)

In der Fotoarbeit «Purgatoire (Crime scene)» wird der Betrachter Zeuge eines Unfalles in einer Umgebung von Zerstörung, Schmutz und Desolation. Eine urbane Szene des Leidens als Symbol der Empfindlichkeit des Lebens, der allgegenwärtigen Gefahr von Qual und Tod, in einer Inszenierung, die sich historisch nicht richtig einordnen lässt. Es handelt sich ausserdem um das Zusammenkommen von zwei unterschiedlichen Bildern, die in Konflikt stehen und sich doch irgendwie verbinden. Es entsteht daraus etwas Neues, eine neue Wirklichkeit. Das Werk entstand 2007.

Torching (2006)

Die Werkgruppe "Torching" entstand in Paris im Mai und Juni 2006 nach Skizzen aus Neapel. Es handelt sich um fotografische Arbeiten, die von Aufnahmen von einem Beerdingungsfresko aus Pompeji ausgehen. Es wurde durch Gläser fotografiert und dadurch verbinden sich die Ebenen der gemalten Personen beim Trauergang mit dem Museumsgang der Besucher, sowie des Künstlers. Silhouetten von hellen Fester, an der Grenze der Unkenntlichkeit, stellen Fragen nach Erinnerung, nach Realität.


2003-2005

Transparences II (Paris, London, Berlin, 2005)

Bildstelen zu jeweils 160 x 35 cm. Diese Werkgruppe von Fotografien entstand zwischen Frühjahr 2003 und Sommer 2005 und ging aus den Triptychen „Transparenzen“ hervor. Die Aufnahmen wurden in den Räumen der antiken griechischen Populärplastik im Musée du Louvre in Paris, im Pergamonmuseum in Berlin und im British Museum in London gemacht. Es handelt sich um eine Arbeit mit fotografiespezifischen Mitteln: Arbeit mit Schärfe und Unschärfe, Pixelstruktur, digitale Bildbearbeitung, Nähe und Distanz des Werkbetrachters, Raumillusion/Auflösung zur Abstraktion. Die Transparenzen sind keine Mehrfachbelichtungen, sondern nachträglich eingefärbte und verzerrte Fotografien, die durch dafür installierte oder vor Ort schon vorhandene Gläser und Spiegel entstanden. Überliefertes (antike Lehmfiguren) trifft auf Zeitgenössisches (Präsentationsvitrinen), sowie auf Interpretationen der Antike (neo-klassizistische Fassaden, barocke Raumdecken). Konfrontationen finden statt: Oberfläche/Raumtiefe, Innenraum/Aussenraum, Geometrie/Anthropomorphie, Raum/Volumen/Körper, tote Materie/lebende Körper der Museumsbesucher und ihrer Spiegelungen. Raum und Körper werden zerteilt und vervielfacht durch Spiegelungen, Durchdringungen, Überlappungen, Durchblicke. ...Wie wählt das Auge? Die Museumsexponate haben heute keine vergleichbare Bedeutung wie in der Zeit ihrer Herstellung, sie werden in jeder Epoche umgedeutet, missverstanden, verlieren ihren Gehalt und werden schlimmstenfalls gar zu dekorativen Stücken. Die menschliche Figur tritt in den Transparenzen in Bewegung auf, an spezifischen Standorten, angeschnitten, unvollständig, indirekt, gespiegelt, negativ, solarisiert, komprimiert. Die Präsenz der menschlichen Figur im Museum erinnert uns an die Augenblicklichkeit, den Jetzt-Moment der Betrachtung, an die Kürze und die Unwiederbringlichkeit ihrer Präsenz und der Dauer ihrer Betrachtung der historischen Museumsstücke. Der Blick verändert sich. Der Betrachter wird nie mehr gleich sehen wie gerade in diesem Augenblick der Werkbetrachtung. Das Werk verändert sich und die Wahrnehmung des Betrachters. Die Form von schmalen Bildstelen unterstreicht die Idee des Ausschnitthaften, des Unvollkommenen. In der Werkgruppe Tranzparenzen wird die Frage von Perzeption der Zeit und vom zeitgenössischen, meist oberflächlichen und schnellen Betrachten und Interpretieren im Zeitalter von Werbung und einer schnellkonsumierbaren Flut von Gebrauchsbildern gestellt.

Empire Film-Stills (2003-2004)

Die Werkgruppe "Empire (Film Stills)" entstand im Jahre 2003 in Paris und besteht aus 12 Werken gleichen Formates. Es handelt sich um Langzeitbelichtungen von Filmprojektionen um die Zeit der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900. Diese Aufnahmen zeigen die Stadt mit ihren Neuerungen, Métro mit automatischen Fussgänger-Gehstege, diversen Strassenszenen und spektakulärer Empire-Architektur. Die Filme aus der Jahrhundertwende wurden ein Jahrhundert später auf VHS-Bänder übertragen, dann projiziert und digital und verzerrt, sowie mit überlangen Zeiten neu fotografiert. Die Bildqualität verändert sich bei jedem dieser Schritte. So auch unsere Wahrnehmung und Wertung durch die Zeitepochen. In krassem Gegensatz zu den bewegten Filmbildern überdecken streng geschnittene weisse geometrische Formen Teile des Bildes. Diese Zonen des Unsichtbaren, des Fehlenden, sind Teil meiner Arbeit zum Zwischenraum, zur unvollständigen Wahrnehmung und zur Infragestellung der objektiven Realität.


1999-2003

Racines (2003)

Die Serie Racines entstand 2003 in Paris. Sie besteht aus 38 Fotografien im Format 68 x 91 cm und 20 kleineren Formaten 42 x 56 cm. Die Arbeit thematisiert Fragen der Bewegung und deren Wahrnehmung. Es findet eine Befragung der Natur im urbanen Milieu statt, deren Anpassung und eventuelle Transformationen. Die Symbolik der Wurzel ist selbstverständlich ziemlich banal. In einer Stadt wo so zahlreiche Völker, Kulturen und Sprachen zusammenfinden, wo Kosmopolitismus vorherrscht und vielerlei Heimaten mit der zeitlichen und geografischen Distanz zunehmend idealisiert werden, wo die Verwurzelung und die Standfestigkeit des Stadtbewohners eine grundlegende Rolle spielen und wo Entwurzelung, Sinn- und Wertekrise sowie Desorientation schwere Konsequenzen haben, in einer solchen Stadt wirkt ein wild verwachsendes Wurzelwerk aufs Auge geradezu programmatisch. Ausgangspunkt dieser Fotoarbeit war das schwer erkrankte, fast panisch wuchernde Wurzelwerk einer Platane in der Pariser Innerstadt. Beim nächtlichen Umtanzen dieses Baumes und gleichzeitigem Fotografieren mit überlangen Belichtungszeiten entstand eine Werkgruppe von einer grossen Dynamik und Präsenz. Die Werke werden als Hochglanzabzüge, auf Aluminium aufgezogen präsentiert – also in einer luxuriösen Aufmachung. Das bedeutet eine Ästhetisierung/Stilisierung und dadurch Entfremdung der Thematik und damit dessen Verformung in der Gesellschaft.

Objets manqués (2000-2001)

Die "Objets manqués/Verpasste Objekte" sind ein fotografisches Projekt. Alle Arbeiten bestehen aus je sieben horizontal aufgereihten Fotografien der Jahre 2000 und 2001. Es entstanden Nahstaufnahmen von Ausschnitten alltäglicher, unscheinbarer Objekte, die kaum in den Genuss einer fotografischen Valorisierung kommen. Es wurden Ausschnitte gewählt, die einer traditionnellen "Verbrauchsabbildung" widersprechen. Diese "verpassten" Objekte wurden dazu ins Unscharfe gedreht, als wäre die Schärfe auf ein anderes unsichtbares oder abwesendes Objekt abgestimmt worden. Überraschenderweise führte dies trotzdem zu ästhetischen Kompositionen. Das Sujet ist in einer Epoche der rasch zu verbrauchenden Trends und der ästhetischen Nach-Unten-Nivellierung, wo Schönheit kaum mehr gesucht, sondern eher noch durch Un- und Zufälle entsteht, nicht bedeutend.


Andere Fotoarbeiten

Schleierraum (2004)

Die Werkgruppe «Schleierraum» entstand im Jahre 2004 bei Aufnahmen des Umbaus des Grand Palais in Paris. Eine provisorische Konstruktion für eine prestigeträchtiger Weltausstellung wurde auf ufernahem Sandgrund errichtet und blieb dann stehen. Hundert Jahre später wurden massive Baumassnahmen unternommen, um das Gebäude in die Zukunft zu retten. Fragen nach dem Unvergänglichkeitsanspruch in einer immer ängstlicher bewahrender Gesellschaft werden aufgeworfen. Die Kamera wurde hinter Baunetzen angebracht und es wurde durch diese Netze in einen überdimensionierten Innenraum fotografiert. Die extreme Tiefe einerseits und die Fläche und geometrische Webstruktur des Baunetzes andererseits begegnen und verbinden sich. Es finden Veränderungen durch die Digitalfotografie statt, neue Strukturen entstehen im Netz durch das Objektiv der Kamera und der dahinterliegende Raum scheint sich dadurch zu verändern und zu verformen.